Wie läuft sowas überhaupt? - Reproduktion der klassischen Opel "Schweineohren" Spiegel

03.01.2019 10:58

Heute gewähren wir Einblick hinter unsere Kulissen und zeigen euch den Prozess hinter der Produktion eines Klassik-Ersatzteils: Den beliebten zeitgenössischen Sportspiegeln, oder auch „Schweineohrspiegeln“ genannt, für Kadett, Manta, Ascona und Co.. Schon damals waren sie eine beliebte Sonderausstattung für den C Kadett, die man für 20 bzw. 40 DM Aufpreis beim Opel Vertragshändler seines Vertrauens anstelle der normalen viereckigen Spiegel bestellen konnte. Zuerst wurden die Schweineohren 1974 beim Coupé und der SR-Ausstattung, dann 1975 beim GTE und Aero mit in die Serienausstattung gepackt.

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Das C-Kadett Coupe unseres Mitarbeiters Sven 

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1977 wurde dann auch der Beifahrerspiegel Teil der Serienausstattung, zumindest bei den GTE/2-, Rallye- und Aero-Modellen.  Dadurch dass es die Spiegel lange Jahre nur als kostenpflichtige Sonderausstattung gab, sind die Schweineohren und ganz besonders der rechte Spiegel gefragte Ersatzteile. Wie sich viele erinnern mögen, war es zur damaligen Zeit in der Autoindustrie durchaus Standard, Fahrzeuge mit nur einem linken Außenspiegel plus Innenspiegel auszuliefern. Das ist im Übrigen auch noch heute im Jahr 2019 bei einem Neuwagen (gesetzlich gesehen) vollkommen legal, so lange die Sicht nach hinten durch den Innenrückspiegel möglich ist. Man lernt eben nie aus.

Bei einem solch gefragten und nicht an jeder Ecke erhältlichen Teil ist eine Reproduktion für Fans der alten Blitze und natürlich auch für uns als Händler äußerst interessant. Um ein qualitativ hochwertiges Repro-Ersatzteil anbieten zu können, braucht es als erstes natürlich ein Originalteil in möglichst gutem Zustand.

Die originalen Schweineohren werden mit Hilfe von 3D-Scannern und Lasermessgeräten auf 10tel Millimeter genau vermessen und digitalisiert. Anschließend überprüfen Ingenieure die sogenannten CAD Daten per Hand und korrigieren diese bei Bedarf.

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Händische Kontrolle der Messdaten sind unerlässlich für die Qualitätskontrolle (Beispielbild,Quelle:pixabay.de)

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Das dadurch gewonnene digitale Abbild wird dann zur Herstellung der neuen Fertigungswerkzeuge benötigt. Die Werkzeuge werden von einem Werkzeugmacher nach unseren Vorgaben und den CAD Daten angefertigt. Auch hier ist äußerste Präzision und Gewissenhaftigkeit gefragt, jede noch so kleine Abweichung oder Ungenauigkeit kann dafür sorgen, dass das gewünschte Ersatzteil am Ende anders aussieht als es sollte oder im schlimmsten Fall gar nicht passt.

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Präzisionsfräse in Aktion: Hier wird das Presswerkzeug für das Außengehäuse gefräst

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Die fertigen Werkzeuge werden nach Qualitätskontrolle durch uns an die entsprechenden Produzenten übergeben. Durch unsere handverlesenen Hersteller, mit denen wir teilweise seit 1994 zusammenarbeiten, haben wir für jede Art von Material, Herstellungsverfahren oder Ersatzteilgröße immer den richtigen Ansprechpartner zur Hand. Bis der erste Prototyp produziert werden kann, fallen bei einem Teil dieser Größe in etwa 25.000€ Entwicklungskosten an. Gerade weil Repro-Teile für klassische Fahrzeuge nicht in der Stückzahl benötigt werden wie zum Beispiel ein Verschleißteil für ein aktuelles Serienfahrzeug, schlägt sich dieser Entwicklungsprozess natürlich auch in gewisser Weise auf den Artikelpreis nieder. Ein Repro-Teil zu Discountpreisen? Leider in den meisten Fällen nicht möglich. Ganz besonders bei Ersatzteilen für Automobile Klassiker steht für uns Qualität und Passgenauigkeit vor kurzfristig gedachtem Sparen und Preis-Dumping.

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So sieht die eine Hälfte des Presswerkzeuges nach dem Fräsen aus, nun kann der erste Spiegel produziert werden! 

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Nachdem der Prototyp uns zur finalen Kontrolle vorgelegt und die Passgenauigkeit noch einmal an einem realen Fahrzeug überprüft wurde, wird das „OK“ an den Hersteller gegeben. Von diesem Zeitpunkt an dauert es zwischen einer Woche oder auch zwei bis drei Monaten bis die komplette Ware bei uns ankommt und für unsere Kunden erhältlich ist. Meistens nutzen wir diese Produktionszeit schon einmal dafür, die Artikel anzukündigen wie in diesem Fall: die Schweineohren Spiegel werden zum neuen Saisonstart im Frühjahr bei uns erhältlich sein.

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